Stellungnahme zum Aufstiegsverzicht
Martin Franke, 07.05.2026
In Presse und Internet wurde es bereits verkündet. Der FC Schweina-Gumpelstadt hat auf sein Aufstiegsrecht verzichtet. Die Hintergründe dafür sind allerdings vielen unklar und keineswegs einfach.
Es fanden in den vergangenen Wochen viele Gespräche statt, in denen sowohl die Vorstände und sportlichen Leiter als auch die betroffenen Akteure der ersten Mannschaft involviert waren.
Zur Ausgangslage: Als Absteiger aus der Thüringenliga lag der Fokus in der aktuellen Saison auf der Stabilisierung des Teams und der konsequenten Weiterentwicklung unserer jungen Spieler vor dem sich bereits anbahnenden Karriereende älterer Leistungsträger. Vor allem die Hinrunde zeigte, wie schwankungsreich mitunter die Leistungen vor allem junger Akteure auch in der Landesklasse ist. Das Thema Wiederaufstieg war zunächst kaum kalkulierbar und absehbar (Platz 7 zur Winterpause).
Die mit Beginn der Rückrunde eintretenden und überaus erfreulichen Ergebnisse brachten uns in der Folge erst in den engeren Kreis möglicher Aufsteiger. In einem Punkt waren sich alle einig: Als Meister der Staffel sollte ein Aufstieg wahrgenommen werden. Dass ein Aufstieg in der jetzigen Entwicklungsphase der Mannschaft und vor dem Hintergrund des bevorstehenden Abstiegs der immens wichtigen Reserve ein Risiko für alle Beteiligten gewesen wäre, hätte man im Sinne des sportlichen Wettbewerbs in Kauf genommen. Insofern war man sich ebenfalls einig, ein Aufstiegsrecht nicht als Zweiter/ Dritter/ Vierter wahrnehmen zu wollen. Bis zum 30.04.2026 war dem Verband eine Entscheidung mitzuteilen. Was den meisten Beteiligten bis dahin nicht klar war, ist in der Spielordnung des TFV beschrieben:
§ 19 (Auszug) Unwiderrufliche Erklärungen von Vereinen das Aufstiegsrecht nicht wahrzunehmen
Die Erklärung, nur als Meister oder Staffelsieger bzw. nur unter bestimmten Bedingungen aufzusteigen, ist unzulässig.
Ein Aufstiegsverzicht in mehreren aufeinanderfolgenden Spieljahren in der selben Spielklasse ist unzulässig.
Frühzeitig wurde bekannt, dass der derzeitige Tabellenführer Ohratal auf den Aufstieg verzichtet. Ebenfalls war dies bereits aus Meiningen zu hören. Zum Zeitpunkt der Mitteilung an den Verband (Ohratal 1., Meiningen 2., Schweina-Gumpelstadt 3.) stand also das Risiko im Raum, am Saisonende auch als Dritter oder Vierter aufsteigen zu müssen. Ein späterer Verzicht auf den Aufstieg ist zwar möglich, wird aber mit 5-Punkte-Abzug + hohen Geldstrafen geahndet, was somit keinesfalls eine Option darstellte. Dass unser Team um Rene Heger ungeachtet der Entscheidung weiterhin um den Staffelsieg kämpfen wird und im Falle eines Gelingens um den dann verdienten Aufstieg gebracht wird, war allen Beteiligten bewusst aber im Vergleich das verschmerzbarere Risiko. Der Aufstiegsverzicht stellt dabei keinesfalls eine leichtfertige Entscheidung oder mangelnde Ambitionen unseres Vereins dar sondern fußt auf einer Regelung des Verbandes, die wir unglücklich finden und die überhaupt erst dadurch entstanden ist, dass man Meistern das Recht einräumte, auf den Aufstieg zu verzichten.
Die Tatsache, dass in allen Landesklassen eine Vielzahl der Vereine vom Verzicht Gebrauch macht, zeigt, dass ein Aufstieg für viele Mannschaften große sportliche wie finanzielle Risiken birgt. Wir bleiben aber dabei: als Staffelsieger sollte man die Lorbeeren einsammeln und aufsteigen.
Dass wir nach dem Abstieg der vergangenen Saison direkt wieder zu den besten Teams der Liga gehören, zeigt uns, dass der eingeschlagene Weg der Verjüngung Früchte trägt. Die erste Mannschaft wird bis zum Saisonende um die bestmögliche Platzierung spielen und damit den Grundstein legen, in der neuen Saison die Thematik Aufstieg neu zu bewerten.
